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3. Satz aus der Aufgabe: 13 Sätze – 13 Geschichten

„Wenn sie das gesagt hat, hat sie aufgegeben.“

Sara schüttelte den Kopf.

„Ich versteh das nicht. Was war eigentlich los?“

Asta zog eine Zigarette aus einem silbernen Etui und zündete sie an. Sara öffnete sofort das Fenster.

„Muss das sein? Du weißt doch, dass ich seit drei Wochen abstinent bin. Sonst kriege ich wieder Jap!“

„Ich habe auch aufgehört“, lachte Asta, „heute Morgen. Kein Grund nicht wieder damit anzufangen, wenn es die Situation erfordert.“

Sie schlug ihre langen Beine übereinander und pustete kleine Rauchwölkchen in die Luft. Sara wedelte energisch mit der Hand.

„Beruhig dich Kleine, du kannst gerne eine von meinen haben.“

Asta hielt ihr demonstrativ die silberne Schachtel hin.

„Hört auf, ich finde, ihr könntet etwas mehr Mitgefühl für Bea zeigen.“

Sara zog skeptisch eine Braue hoch. Asta sah mich entgeistert an.

„Ich bitte dich. An der Misere ist sie selber schuld. Sie will zwar unbedingt einen Kerl, aber nur einen, der in ihre Schablone passt.“

„Stimmt!“, pflichtete Sara bei. Was Bea betraf waren sie sofort einer Meinung, „Sie sollte sich einen Mann backen.“

Ich konnte mir das Lachen nicht verkneifen.

„Das wird nichts. Bea kann weder kochen noch backen. Erinnert ihr euch an den Kuchen zu meinem Geburtstag?“

Die beiden anderen zogen die Stirn kraus und nickten.

Nach zwei gescheiterten Anläufen hatte Bea es aufgegeben und meinen Kuchen beim Bäcker geordert. Ihre Wohnung stank noch zwei Tage nach dem Desaster nach verbranntem Teig. Es war so schlimm, dass der Feuermelder Alarm auslöste und der übereifrige Nachbar die Feuerwehr rief. Komplett mit Leiterwagen und allem.
Bei dieser Hau-Ruck-Aktion lernte Bea einen Mann kennen. Feuerwehrmann. Ein heißer Typ. Ich sage nur Feuerwehrkalender! Sara, Asta und ich waren uns einig, der Mann war eine Sünde wert – aber es dauerte nicht lange und Bea fielen seine kleinen Macken auf. Statt sie hinzunehmen und sich an seinen liebenswerten Seiten zu erfreuen, ritt sie so lange auf dem Kleinkram herum, bis er es nicht mehr aushielt. Er zog aus. Prompt wollte sie ihn zurück.

Allerdings ist er ein Mann mit Prinzipien. Entweder oder, sagte er zu mir und ich stimmte ihm lächelnd zu, als er sein T-Shirt auszog.

„Wie könnte ich diesem Angebot ernsthaft widerstehen?“

„Gar nicht“, grinste er und ließ die Jeans auf den Boden gleiten.

„Stimmt“, gab ich zu, „dein Argumente sind unschlagbar.“

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Es war ein sehr warmer Augusttag und die Menschen hatten das Wetter in den Straßencafes genossen. Die Sonne war hinter den Häusern untergegangen und ich hatte endlich die Aufgaben aus Julias Buch abgeschrieben. Als Fee aus der Stadt zurück kam, erinnerte ich mich daran, dass ich noch das Fahrradschloss von Kaufland besorgen musste. Ich hätte sonst bis zum anderen Morgen gewartet, aber ohne Schloss… zwei Räder sind schon mit Schloss abhanden gekommen, also blieb mir nichts anderes übrig. So konnte ich wenigstens noch zu meiner Bionade kommen. Immer nur Wasser ohne Geschmack ist auch nicht das Wahre.

Ich bummelte durch Kaufland. Es waren nur wenige Leute unterwegs. Wie immer, wenn man nur mal drei Sachen holen will, hatte ich bald mehr im Einkaufswagen, als auf meinem Zettel stand. Ich kam an der Wursttheke vorbei und bekam Appetit auf Würstchen. Aber nirgendwo eine Verkäuferin. Dabei wollte ich nur ein Würstchen, zum Sofortessen. Also nahm ich gleich ein ganzes Packet mit, weil Isa ja auch gerne Würstchen isst.

An der Kasse stand ein merkwürdiger Typ vor mir. Er fiel mir auf, weil seine langen Haare nass waren, als hätte ihm jemand einen Eimer Wasser über den Kopf gegossen, ohne das Shampoo heraus zu waschen. Es ließ sich nicht erkennen, ob die Feuchtigkeit von Wasser oder einer anderen Flüssigkeit herrührte. Der Mann hatte einen drei, wenn nicht sogar vier Tagebart und eine merkwürdige Mimik, wie jemand der Ticks hat oder als hätte er zu viel getrunken und müsste sich beherrschen, damit es nicht auffällt.

Ich war mir nicht sicher, ob ich ihn für hässlich halten sollte, aber gutaussehend war er nicht, nicht mal markant, dazu waren seine Züge zu rund und schwammig. Er hatte ein rosa Oberhemd an, das er über schwarzen Anzughosen trug und schwarze Schuhe, die im Gegensatz zu der sauberen Oberbekleidung abgetragen und stumpf aussahen.

Er kaufte einen Kasten Wasser, Milch und noch zwei Kleinigkeiten. Misstrauischer Weise hatte ich Alkohol bei ihm erwartet, aber das war nicht der Fall. Für seinen Minieinkauf brauchte er eine Plastiktüte, was ich bei so ein paar Sachen echt überflüssig finde. Der Mann bewegte sich so ungelenk, wie seine Gesichtsmuskulatur. Alles an ihm war ungleichmäßig. Sein Gesicht, der Körper und die Kleidung. Er hielt Geld und Zettel zusammen geknüllt in der Hand. Als er bezahlte, sah ich, dass es große Scheine waren. Mindestens ein Hunderter war dabei, außer Zwanzigern und Fünfzigern. Den grünen Hunderter erkenne ich schneller, weil ich so selten eine sehe.

Dann kam ich durch die Kasse. Es ging alles recht flott und ich war schnell draußen. Ich ging gerade zum Auto, als der Mann mit einem älteren silberfarbenen Mercedescombi an mir vorbei fuhr. Man könnte das Auto auch als Rostlaube bezeichnen. Ich wunderte mich nicht, dass auch seine Fahrweise ungleichmäßig war.

Ich packte ein Würstchen aus und biss hinein. Lecker! Dann stieg ich ins Auto und startete den Motor. Ab nach Hause.

Ich wundere mich immer wieder, was es für groteske, kauzige, merkwürdige, denkwürdige, interessante, schrullige, kuriose Leute gibt. Ich muss nur mit offenen Augen durch die Welt gehen, da laufen sie mir zu, die Figuren für meine Geschichten. Solange wird es auch immer etwas zu erzählen geben.

 

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