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Posts Tagged ‘Umstand’

Gegen Abend verdichtete sich der Nebel des nasskalten Tages.

Die feuchte Luft lag wie ein Leichentuch über der lieblichen Landschaft und gab ihr ein bedrücktes Antlitz. Ich zog den breiten Schal enger um meine Schultern und war froh, dass ich den dicken Wollmantel angezogen hatte, den mein Bruder mir vererbt hatte. Mit der schwarzen Mütze, die ich mir tief in die Stirn gezogen hatte, sah ich aus wie ein Junge. Ein Umstand der mir bald zu gute kommen sollte. Doch davon später mehr.

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Bis dahin hatte ich mein ganzes Leben lang nur nach Mustern gelebt, die nicht meine Muster waren. Doch nun erwachte ich aus meinem Dornröschenschlaf. Dass es einen kompletten Bruch mit den alten Gewohnheiten gab, war wohl dem Umstand geschuldet, dass mir die Zeit davonlief. Wie sagt man im Volksmund so schön: die biologische Uhr tickt.

Meine Familie ist entsetzt. Aus ihrem Blickwinkel bin ich die Mutter in der Midlife Krise. Ich höre sie lamentieren: Muss du gleich alles hinschmeißen? Du hast doch deine Freiheit, was willst du noch?

Wie viel Zeit bleibt, wenn man in die zweite Hälfte des Jahrhunderts eintritt? Die Knochen werden nicht gelenkiger, die Haut nicht glatter, der Kopf nicht agiler. Auch die Chance von einem Bus überfahren zu werden wird größer, wenn man nicht mehr so schnell laufen kann.

Ich bin einfach zu alt für mich. In meinem Herzen, meinen Gedanken und Fantasien beginnt mein Leben erst jetzt. Ich habe genauso viele Träume, vielleicht noch mehr, als in meiner Jugend, doch mein Spiegelbild macht mir keine Illusionen. Ich habe mich gut gehalten, aber das ist auch alles. Die Zeit läuft und zwar nicht mit mir, sondern gegen mich.

Eine Frau muss tun, was eine Frau tun muss – alte Zöpfe abschneiden, ihren eigenen Rhythmus finden und sich nicht mehr verbiegen. Für niemand.

Der Satz stammt aus „Er oder ich“ von Fee Zschocke.

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… heißt das Buch von Mara Laue (erschienen im SiebenVerlag), das ich euch gerne weiter empfehlen möchte. Sicher hat jeder der schreibt, den einen oder anderen Schreibratgeber zu Hause (ich kann Regalreihen damit füllen). Trotzdem möchte ich euch heute diesen Ratgeber ans Herz legen.

Er ist übersichtlich aufgebaut und spricht wirklich jedes Thema an, sogar „Erotik (be)schreiben – ein Kapitel für sich“. Die Erklärungen sind gut zu verstehen (besonders wenn es um die Perspektive geht 😉 ) und dazu gibt es Beispiele, die das Thema verdeutlichen. Am Ende jeden Kapitels gibt es eine Zusammenfassung und zu jedem Thema praktische Übungen. Das Buch muss nicht chronologisch gelesen werden. Man kann sich das Thema heraussuchen, das einen gerade besonders interessiert.

Im zweiten Drittel des Buches geht es dann an die „Vermarktung“. Mara Laue zeigt wie ein Manuskript, ein Expose, ein Anschreiben (auch per Mail) aussehen sollte. Dazu gibt es eine Übersicht der einzelnen Genres, in die man seinen Text einordnen kann. Wichtig! Immerhin will man ja den richtigen Verlag wählen. Tipps für die Titelsuche, warum ein Pseudonym, Agentur oder nicht, und was uns alle irgendwann einmal bewegt: Schreibblockade – was tun?

Für mich ist dieser Schreibratgeber rundum gelungen. Genau das richtige Maß an Information, gespickt mit Übungen, die man sofort in die Tat umsetzen kann und Tipps für die Zeit danach,wenn der Roman fertig ist und seiner Veröffentlichung harrt. Dazu ist Mara Laue nicht dogmatisch oder besserwisserisch. Ein sehr angenehmer Umstand, den einige Ratgeber vermissen lassen. Sie steht nicht mit erhobenem Zeigefinger da, sondern sitzt freundschaftlich mit dir am Schreibtisch und sagt: „Schau, da ist ein Punkt, den du dir noch einmal  vornehmen könntest- ich weiß du kriegst das hin.“

Ein sympathischer Ratgeber, der zum Schreiben ermutigt! So sollte es sein. 🙂

P.S.: Das Buch kostet 16,50 Euro. Liegt etwa im Durchschnitt von dem was andere Schreibratgeber kosten. Ich habe das Gefühl mein Geld in diesem Fall gut inverstiert zu haben.

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