Feeds:
Beiträge
Kommentare

Posts Tagged ‘Vogel’

Es gibt so Schönes in der Welt

Daran du dich nie satt erquickst

Und das dir immer Treue hält

Und das du immer neu erblickst

Der Blick von einer Alpe Gart

Am grünen Meer ein stiller Pfad

Ein Bach, der über Felsen springt

Ein Vogel, der im Dunkel singt

Ein Kind, das noch im Traume lacht

Ein Sterneglanz der Winternacht

Ein Abendrot im klaren See

Bekränzt von Alm und Firneschnee

Ein Lied am Straßenzaun erlauscht

Ein Gruß mit Wanderern getauscht

Ein Denken an die Kinderzeit

Ein immer waches, zartes Leid

Das nächtelang mit seinem Schmerz

Dir weitet das verengte Herz

Und über Sterne schön und bleich

Dir baut ein fernes Heimwehreich.

                    Hermann Hesse, 1902

 

Die Worte Hermann Hesses sind nun schon 114 Jahre alt und haben nichts von ihrem Zauber und ihrer Wahrheit verloren.

Read Full Post »

von Antonia Kreinz

Weite im Kopf
Im Herzen Welten
Die Füße auf der Erde
Will ich in die Wolken

Mein Unglück
unbeständig wie das Glück

Werfen möchte ich mich in diesen Wandel
Tanzen und reiten im Augenblick

Könnten doch Alle, Alleallealle
Glücklich sein!
In allen Welten, zu allen Zeiten
Jahrtausend Universen lang

Könnten dich Alle
wie Nomaden wandern,
wandernwandern
immer weiterziehen

Vogel werden
Himmel sein
Schwimmend ein Meer
frei und offen für Jeden

Aber immer gehen wir schlafen
mit Gedanken an kommende Jahre
glauben Alles, Allesallesalles sei für immer so!

Was würde mir fehlen ohne mein Leben?

Das Leben!
Alles!
Allesallesalles!

Könnten doch Alle,
sich wie Blütensamen
dem Wind anvertrauen
frei von morgen und gestern
wie Blitze in der Dunkelheit

Der Himmel in der Tasche

Read Full Post »

Ich liebe die Stille der Nacht. Das eingehüllt Sein in das sanfte Licht einer Lampe. Die Zeit verlangsamt sich auf magische Art und Weise. Die hektischen Dinge des Tages verblassen langsam und ich atme auf. Ich mache es mir in meinem kuscheligen Bett oder in meiner Sofaecke gemütlich, im Hintergrund leise Musik und lese ein Buch, lasse mich in andere Welten entführen.

Musik ist keine Stille? Für mich kann auch Musik Stille sein. Wenn ich in einem Gedankenkarussell stecke, mache ich ganz laut Musik an. Das versetzt meinen Körper in Schwingungen und ich muss mich bewegen. Ich tanze, hüpfe herum und mache die ganz große Geste – und das Karussell in meinem Kopf kommt zum Stillstand. Die unnütze Energieverschwendung meiner Synapsen fließt in das Tanzen.
Ich liebe die Stille eines Wintermorgens, wenn noch alles dunkel ist, nur die Straßenlaternen geben Licht und in ihrem Kegel tanzen dicke weiße Flocken.

Ich liebe die Stille eines Sommermorgens um halb fünf. Wenn die Vögel ihre euphorischen Konzerte abhalten und die Morgensonne begrüßen.

Ich liebe die Stille zwischen zwei Menschen, die sich in die Augen schauen. Wenn Blicke mehr bedeuten als Worte.

Stille ist so viel mehr als Abwesenheit von Geräusch. Ein Zustand, der uns in der technisierten Welt um uns herum kaum vergönnt ist. Stille kann ein innerer Zustand sein, in dem wir zur Ruhe kommen, unsere Energien aufladen. Ich brauche den Ausgleich der Stille, um in dieser lauten Zeit wieder denken und atmen zu können.

Read Full Post »

Hier meine Versuche der „show don`t tell“ – Aufgabe von der Schreiberlebentipps-Seite. Viel Spaß beim Lesen und selber probieren.

Es war Sommer.

Sara konnte fühlen wie die kleinen Tropfen Schweiß direkt aus der Haut traten. Die Hitze war unerträglich. Nachts bekam sie kein Auge zu, obwohl sie in der Wohnung alle Fenster aufriss. Doch die Abkühlung kam nicht. Am Tag zog sie morgens die Rollos herunter, aber auch das änderte nichts. Sara hatte das Gefühl in einer Blase aus heißem Wasserdampf gefangen zu sein, aus der es keinen Ausweg gab. Seit Tagen hatte es nicht geregnet. Der Rasen war zu einer braunen Masse aus Halmen verbrannt, und das Gießen ihrer geliebten Blumenbeete hatte sie aufgegeben. Die drei Regentonnen waren bis auf den letzten Tropfen geleert. Selbst die Vögel blieben still. Sara dachte an ihre Dusche. Kaltes erfrischendes Wasser, das über ihr Gesicht lief, ihre Schultern, den Körper hinab und gurgelnd im Abfluss verrann.

Er saß am Lagerfeuer und dachte nach.

George legte zwei weitere Holzscheite nach. Sofort stürzten sich die Flammen auf die Stücke. Funken stoben hoch und verglühten. Das Knistern des trockenen Holzes weckte Erinnerungen in ihm. Wie lange war es her, dass er mit ihr hier gewesen war. Es war sein geheimer Platz, den er nur mit ihr geteilt hatte. So wie damals, trug kühle Nachtluft den aromatischen Duft der Tannen und das Sprudeln der Quelle zu seinem Lagerplatz und hüllte ihn ein. Es schien Jahrhunderte her zu sein und doch waren es nur fünf Jahre.

Sie hatte Angst.

Ein kühler Luftzug wehte die leichten Stores hin und her. Sara genoss die Erfrischung und trat ans Fenster. Die letzten Tage waren nervenaufreibend gewesen. Sie hatte an der neuen Kollektion gearbeitet, die, wenn man dem Auftraggeber glaubte, schon vor einer Woche fertig sein sollte. Endlich hatte sie den letzten Entwurf gemacht und abgeschickt. Sie atmete auf.
Sara hörte, wie die schwere Haustür ins Schloss fiel. Merkwürdig, dabei ist doch niemand die Auffahrt herauf gekommen, dachte sie.
„John“, rief sie, „bist du es?“
Keine Antwort.
„Ich habe mich wohl verhört“, murmelte sie.
Sara ging zu dem kleinen Bartischchen. Aus den Augenwinkeln nahm sie eine Bewegung wahr. Ein leichtes Flattern fuhr in ihren Bauch. Suchend sah sie sich um. Alles war wie immer. Als sie sich einen Scotch eingoss zitterten ihre Finger. Der scharfe Alkohol rann ihre Kehle hinunter. War da nicht eben ein leises Rascheln? Sara fröstelte, zog sich die Strickjacke enger um den schlanken Körper.
„John“, rief sie erneut, „mach keine Witze mit mir!“
Nichts rührte sich. Sara lauschte in die Stille. Etwas hatte sich verändert.

Read Full Post »

Das Leben findet draußen statt.

Ich sitze hier und warte.

Sehe zu wie die Zeit vergeht,

Die Sonne ihre Bahn ums Haus zieht.

 

Ich höre die Geräusche des Tages,

Die Hektik der Welt vor meinem Fenster.

Ich sitze hier und warte.

Allein mit meinen Träumen,

Einsam in meiner Sehnsucht.

 

Manchmal eilt jemand vorbei.

„Hallo wie geht`s –

Ich muss wieder los.“

 

Ich sitze hier und warte.

Lausche der lautlosen Zeit.

Entschwinde mit ihr,

in ihrem eigenen Takt.

 

Eine Autotür fällt zu.

Eine Frau beschwert sich.

 

Ich lebe auf einer Insel,

im Fluss des Lebens.

Es pulsiert um mich herum,

stößt zuweilen ein Seufzen aus

wird von der Strömung verschluckt.

 

Der Spatz sitzt auf dem Balkon.

Die Katze lauert ihm auf.

Atemlos, gespannt,

gesprungen und verfehlt.

 

Einsamkeit sickert in meine Tage,

pechschwarz und zäh,

kriecht sie durch jede Zelle,

windet sich in meine Gedanken,

betäubt meine Seele.

 

Höre das Brummen eines Flugzeugs,

über den Wolken.

Freiheit grenzenlos, bis zum Horizont,

in meinen endlosen Träumen.

Read Full Post »

%d Bloggern gefällt das: