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Posts Tagged ‘Wunde’

Der Gespensterwald wurde von Erinnerungen heimgesucht, brüchig die Zweige, die winzigen Knochen gleich unter Marks Stiefeln knirschten. (Der schwarze Dolch)

Kälte kroch seinen Rücken hinauf und ein beklemmendes Gefühl spannte sich um seinen Brustkorb. Ich habe keine Angst, prahlt er vor seinen Freunden, doch längst bohrte sie sich unaufhaltsam in sein Herz und seine Gedanken. Niemand, der einmal den Gespensterwald betrat, kehrte unversehrt daraus zurück. Auch wenn nicht jeder körperlichen Schaden nahm, auf seiner Seele lag der Schatten des Todes. Einmal gezeichnet gab es kein Mittel diese Wunde zu heilen

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Nun gut. Ich will euch erzählen, wie alles gewesen ist.

Auch wenn böse Zungen anderes verbreiten, das ist der pure Neid. Ich war dabei und nur ich weiß über alle Akteure dieses Dramas bescheid! Ihr mögt einwenden, in den Geschichtsbüchern steht es doch geschrieben. Haarklein und ausführlich. Lasst euch von mir eines besseren belehren! Nur der Augenzeuge ist der Wahrheit am nächsten. Natürlich muss man mir zugute halten, dass jeder seine eigene Sichtweise der Dinge hat, doch die, die in die ganze Sache involviert waren sind lange tot.

In Shakespeares Sommernachtstraum spricht Theseus die weisen Worte: „Wenn alle Akteure tot sind, muss niemand mehr getadelt werden.“ Und so mag es wohl sein. Mein Herr und Meister war ein kluger Mann, der seinen Finger oft auf die wunden Stellen der menschlichen Natur zu legen pflegte, was ihm mehr als einmal Ärger einbrachte. Doch ich will euch nicht länger langweilen.

Sitzt ihr alle bequem? Habt ihr euch mit einem Glas Wein versorgt? Dann lauscht der Geschichte, wie sie sich wirklich zugetragen hat, abseits von trockenen Fakten und Zahlen eines verstaubten Schulbuches.

Es begann im Jahre 1743 anno Domini, an einem stillen Herbstmorgen. Der Nebel hing wie ein Leichentuch über der sanften Landschaft. Im nachhein ein schlechtes Omen, doch davon später mehr…

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Ich habe Angst vor der Nacht. Vor der Finsternis, die nicht nur meinen Körper, sondern auch mein Herz und meine Seele umfängt. Ich bin ein vom Krieg verwüstetes Land. Die Sonne mag auf- und untergehen, aber da ist nur Dunkelheit. Wenn diese Nacht zu Ende geht, wird sie vollständig sein. Nie mehr das Licht der Sonne sehen. Ewig.
Ich bin allein. Den einzigen Menschen, der mir etwas bedeutet, habe ich so sehr verletzt, dass er mich verließ. Ich weiß nicht mehr, wie viele Abscheulichkeiten und Gemeinheiten ich sagte, damit er geht. Aber schließlich tat er es. Ich habe sein Vertrauen mit Füßen getreten. Sein Blick verriet es mir. Nun ist er weit genug von mir entfernt um am Leben zu bleiben, wenn ich meine Seele verliere und den Weg der Finsternis beschreite. Ich bete darum, dass die Wunde eines Tages heilen möge. Für mich ist es zu spät.

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Es muss Anzeichen gegeben haben. Kleine Dinge, die dem Ungeheuerlichen vorausgingen. Doch ich habe nichts bemerkt. Ich habe nur das gesehen, was ich zu sehen wünschte. Darum traf mich die Katastrophe so hart, dass mir die Luft wegblieb, mein Magen rebellierte und mein Hirn den Dienst verweigerte.

Wie sollte es auch weiter funktionieren, wenn auf einmal alle Worte in das schwarze Loch von Schmerz und Trauer eingesogen wurden? Tagelang saß ich herum, versuchte Sätze oder Fragmente aufzutreiben, aber nichts kam mir irgendwie bekannt vor.

„Auch du, meine Schwester?“

Warum? Welchen Grund gab ich dir, mich zu verraten und zu verkaufen? Welche Schandtat beging ich, dass du mir meine Würde nahmst? Bedeutete dir unsere Freundschaft nichts? Ich suche Worte des Verstehens und finde sie nicht. Ich suche Worte der Versöhnung und finde keine.

Wenn ich dir doch vergeben könnte. Aber mein Herz ist versteinert. Kälte legt sich über mich, wie ein Leichentuch. Unbeweglich steh ich vor der Grube, in die du unsere Freundschaft warfst.

Ich hätte meine Hände für dich ins Feuer gelegt, dir mein letztes Hemd gegeben. Du hättest mich verbrannt, mich erfrieren lassen. Warum? Schreit meine Wut in den Nächten, in denen ich keinen Schlaf finde. Warum? Schreit meine Trauer an den Tagen, an denen ich keinen Frieden finde.

Du hast mein Herz zu einem Friedhof gemacht. Unsere Freundschaft in einen ruhelosen Geist verwandelt, der verdammt ist in den leeren Fluren unserer Zukunft umher zustreifen. Du hast den Stachel von Misstrauen in mein Vertrauen geschlagen und es vergiftet. Ich weiß nicht, ob es möglich ist, dass diese Wunde mit der Zeit heilt oder ob sie alle Zeiten braucht um zu heilen.

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